Ein gutes Parfüm begleitet uns manchmal über Jahre. Manche Flakons werden täglich benutzt, andere nur zu besonderen Anlässen. Und dann gibt es noch jene Kandidaten, die irgendwann ganz hinten im Schrank wieder auftauchen und bei denen man sich fragt: Kann ich das eigentlich noch benutzen?
Die gute Nachricht: Parfüm ist erstaunlich robust. Es braucht keinen Kühlschrank, keinen Weinkeller und schon gar keinen eigenen klimatisierten Tresor. Ein paar Dinge mag es allerdings überhaupt nicht.
Warum steht Parfüm eigentlich so gerne im Badezimmer?
Vermutlich, weil dort morgens ohnehin alles passiert. Zahnbürste, Rasierer, Creme – und daneben sieht der schöne Flakon hervorragend aus.
Aus Sicht des Parfüms ist das Badezimmer allerdings nicht unbedingt die beste Wohngegend.
Das Problem ist weniger ein bisschen Wasserdampf als vielmehr das ständige Auf und Ab der Temperatur. Morgens warme Dusche, anschließend wird gelüftet, später wird wieder geheizt. Solche Temperaturschwankungen können über längere Zeit die Alterung eines Duftes beschleunigen.
Wer seinen Lieblingsduft innerhalb weniger Monate verbraucht, muss deshalb nicht nervös werden. Wer aber zehn, zwanzig oder mehr Düfte besitzt und manche davon über Jahre aufbewahrt, sollte ihnen einen ruhigeren Platz gönnen.
Muss Parfüm deshalb in den Kühlschrank?
Bitte nicht gleich neben Butter und Käse einquartieren.
Für die normale Lagerung zu Hause ist ein Kühlschrank nicht notwendig. Ein Schrank oder eine Schublade in einem normal temperierten Raum reicht vollkommen aus.
Viel wichtiger als möglichst niedrige Temperaturen ist Beständigkeit. Ein Parfüm fühlt sich bei einer einigermaßen gleichbleibenden Raumtemperatur wesentlich wohler als an einem Ort, an dem es ständig warm und wieder kalt wird.
Oder anders gesagt: Parfüm möchte keine Sauna – aber auch keinen Winterurlaub.
Warum sollte Parfüm nicht auf der Fensterbank stehen?
Ein hübscher Flakon, durch den die Nachmittagssonne scheint, sieht fantastisch aus. Für ein Foto vielleicht. Als Dauerplatz eher nicht.
Licht und insbesondere direkte Sonneneinstrahlung können chemische Reaktionen im Duft beschleunigen. Manche Duftstoffe reagieren empfindlicher darauf als andere.
Interessanterweise hat die Parfümindustrie dafür schon lange eine ausgesprochen einfache Lösung erfunden: den Karton.
Wer einen Duft längere Zeit aufbewahren möchte, kann ihn einfach in seiner Originalverpackung lassen. Sie ist nicht nur Dekoration und Transportschutz, sondern bietet dem Flakon gleichzeitig einen guten Lichtschutz.
Wie lange hält ein geöffnetes Parfüm?
Ein angebrochener Flakon ist keine offene Milch. Nach dem ersten Sprühstoß beginnt bei Parfüm nicht plötzlich eine dramatische Verfallsuhr zu ticken.
Durch einen modernen Zerstäuber gelangt vergleichsweise wenig Luft an den Inhalt. Außerdem enthält Parfüm üblicherweise einen hohen Anteil Alkohol. Das trägt dazu bei, dass ein Duft wesentlich stabiler sein kann als viele andere Kosmetikprodukte.
Deshalb können ordentlich gelagerte Düfte auch nach mehreren Jahren noch wunderbar riechen.
Eine pauschale Aussage wie „Parfüm muss nach drei Jahren weg“ ist deshalb wenig hilfreich. Entscheidend sind unter anderem Zusammensetzung, Verpackung und Lagerung des einzelnen Duftes.
Mein Parfüm ist dunkler geworden – ist es jetzt schlecht?
Nicht unbedingt.
Duftstoffe können sich im Laufe der Zeit farblich verändern. Gerade bestimmte natürliche Rohstoffe oder beispielsweise vanillige Bestandteile können dazu führen, dass ein Parfüm mit zunehmendem Alter dunkler erscheint.
Eine Farbveränderung allein bedeutet daher noch nicht, dass ein Duft verdorben ist.
Die bessere Prüfmethode befindet sich direkt unter Ihrer Nase: Geben Sie einen Sprühstoß auf einen Teststreifen oder ein Stück Papier und lassen Sie dem Duft einige Minuten Zeit. Riecht er anschließend noch so, wie Sie ihn kennen, ist eine leichte Farbveränderung allein zunächst kein Grund, sich von ihm zu trennen.
Hat sich dagegen auch der Geruch deutlich verändert und wirkt plötzlich ungewöhnlich stechend, säuerlich oder schlicht völlig anders als früher, ist das wesentlich aussagekräftiger.
Warum kann ein fast leerer Parfümflakon schneller altern?
Das ist ein Punkt, über den erstaunlich selten gesprochen wird.
Je mehr Parfüm verbraucht wurde, desto größer wird der mit Luft gefüllte Raum im Flakon. Damit steht dem verbliebenen Duft mehr Sauerstoff gegenüber. Bei einer Flasche, in der nur noch ein kleiner Rest über Jahre aufbewahrt wird, kann Oxidation deshalb stärker ins Gewicht fallen als bei einem nahezu vollen Flakon.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie die letzten 10 ml hektisch aufbrauchen müssen. Aber ausgerechnet den letzten Rest des Lieblingsduftes zehn Jahre lang „für einen besonderen Anlass“ aufzubewahren, ist nicht unbedingt die beste Strategie.
Manchmal ist der besondere Anlass einfach heute.
Darf Parfüm in einen kleinen Zerstäuber umgefüllt werden?
Für Reisen oder die Handtasche sind kleine Zerstäuber ausgesprochen praktisch. Wer selbst umfüllt, sollte dafür einen sauberen, geeigneten und möglichst gut schließenden Behälter verwenden.
Was wenig sinnvoll ist: Parfüm ständig von einem Gefäß in das nächste umzufüllen. Jeder unnötige Kontakt mit Luft und möglichen Verunreinigungen ist eher ein Nachteil.
Für eine kleine Reisemenge ist das kein Drama. Für die langfristige Aufbewahrung bleibt der Originalflakon normalerweise die bessere Wahl.
Wie lange sollte man eine Duftprobe aufbewahren?
Kleine Duftproben sind vor allem eines: zum Ausprobieren da.
Testen Sie einen Duft ruhig an mehreren Tagen. Ein Parfüm kann morgens anders auf Sie wirken als am Abend und bei sommerlichen Temperaturen anders als im Winter. Gerade deshalb bieten wir im Schnupper Stübchen viele unserer Düfte auch als 2-ml-Duftprobe zum Kennenlernen an.
Aber sparen Sie die letzten drei Tropfen bitte nicht für Weihnachten 2034 auf.
Die einfache Schrank-Regel
Wer sich keine Temperaturwerte, chemischen Begriffe oder komplizierten Lagerungsregeln merken möchte, kann sich mit einer einfachen Gedankenstütze behelfen:
Würden Sie dort dauerhaft eine gute Flasche Wein aufbewahren?
Auf der sonnigen Fensterbank? Eher nicht.
Im aufgeheizten Auto? Sicher nicht.
Direkt über einem Heizkörper? Ebenfalls keine gute Idee.
In einem dunklen Schrank bei normaler Raumtemperatur? Schon wesentlich vernünftiger.
Wein und Parfüm sind natürlich zwei völlig unterschiedliche Produkte. Als kleine Gedächtnisstütze funktioniert die Regel aber erstaunlich gut.
Wo bewahre ich mein Parfüm nun am besten auf?
Für die meisten Haushalte ist die Antwort erfreulich unspektakulär: in einem geschlossenen Schrank oder einer Schublade in einem normal temperierten Raum.
Wer die Originalverpackung behalten hat, kann den Flakon darin aufbewahren. Wer seinen schönen Flakon lieber sehen möchte, muss ihn deshalb aber nicht verstecken. Ein Regal ohne direkte Sonneneinstrahlung und ohne starke Temperaturschwankungen kann ebenfalls völlig in Ordnung sein.
Parfüm soll schließlich benutzt und genossen werden – und nicht unter Laborbedingungen altern.
Und welcher Duft passt eigentlich zu mir?
Falls beim Blick in den Parfümschrank weniger die Lagerung als vielmehr die Frage auftaucht, welcher Duft eigentlich wirklich zu Ihnen passt, können Sie unseren kostenlosen Schnupper-Kompass ausprobieren. In wenigen Fragen führt er Sie zu Düften aus unserem Sortiment, die zu Ihren persönlichen Vorlieben passen könnten.
Häufige Fragen zur Aufbewahrung von Parfüm
Wie lange ist geöffnetes Parfüm haltbar?
Dafür gibt es keine allgemeingültige Jahreszahl. Zusammensetzung, Flakon und Lagerbedingungen spielen eine große Rolle. Ein gut gelagerter Duft kann auch nach mehreren Jahren noch einwandfrei sein.
Kann Parfüm schlecht werden?
Parfüm kann sich durch Oxidation, Licht, Wärme und Alter verändern. Auffällige Veränderungen des Geruchs sind dabei aussagekräftiger als das bloße Alter des Flakons.
Sollte Parfüm im Kühlschrank aufbewahrt werden?
Für die normale Lagerung zu Hause ist das nicht erforderlich. Ein lichtgeschützter Ort mit möglichst gleichmäßiger Raumtemperatur genügt in aller Regel.
Ist das Badezimmer für Parfüm geeignet?
Für einen Duft, der regelmäßig benutzt und relativ schnell verbraucht wird, muss das Badezimmer kein großes Problem darstellen. Für eine langfristige Aufbewahrung ist ein Ort mit geringeren Temperaturschwankungen jedoch günstiger.
Ist Parfüm noch verwendbar, wenn es dunkler geworden ist?
Eine Farbveränderung allein bedeutet nicht automatisch, dass ein Parfüm verdorben ist. Einige Duftbestandteile können sich im Laufe der Zeit verfärben. Wichtiger ist, ob sich auch der Geruch deutlich und unangenehm verändert hat.
Sollte ich die Verpackung meines Parfüms aufheben?
Wer einen Duft über längere Zeit lagern möchte, hat mit der Originalverpackung einen einfachen zusätzlichen Lichtschutz. Notwendig ist der Karton allerdings nicht, wenn der Flakon ohnehin lichtgeschützt aufbewahrt wird.